Warum zeigt die Weihnachtsbaumspitze Stern nach oben?
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Die Suche nach der perfekten Weihnachtsbaumspitze Stern ist für viele das Erste, woran sie denken, wenn der Dezember naht und Tannenbäume in Einkaufszentren, Straßen und Häusern auftauchen. Egal, ob der Baum riesig oder klein, luxuriös geschmückt oder völlig minimalistisch ist, man findet immer dieses gemeinsame Element ganz oben: einen fünfzackigen Stern, dessen oberste Spitze direkt nach oben zeigt.
Dieser Stern thront still am höchsten Punkt. Nur wenige fragen nach seinen Ursprüngen, und noch weniger wundern sich: „Warum muss es ein Stern sein?“ Aber wenn man genauer darüber nachdenkt – warum kein Mond? Warum keine Engelsflügel? Warum keine runde Glaskugel? Warum muss es ein Stern mit spitzen Kanten sein, und warum muss die oberste Spitze in den Himmel ragen?
Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte hinter diesem Stern: Wie lautet sein Name? Woher kommt er? Und warum muss er immer nach oben zeigen?
Sein wahrer Name: der Stern von Bethlehem
Wenn man die Ursprünge dieses vertrauten Ornaments zurückverfolgt, stellt man fest, dass er einen ganz bestimmten Namen hat: den Stern von Bethlehem.
Dieser Name stammt aus dem Evangelium nach Matthäus in der Bibel: Als Jesus geboren wurde, erschien im Osten ein heller Stern. Mehrere weise Männer, die die Sterne studierten, sahen ihn, folgten seinem Pfad nach Westen und fanden schließlich den Geburtsort Jesu. Diese zweitausend Jahre alte Geschichte ist eine der Kernhandlungen der Weihnachtsgeschichte und hat die Geschichte der Weihnachtsbeleuchtung, die wir heute untersuchen, tiefgreifend geprägt. In der christlichen Tradition symbolisiert dieser Stern göttliche Führung – in den dunkelsten Momenten gibt es immer einen Lichtstrahl, der den Verlorenen den Weg weist.
In den Priscilla-Katakomben in Rom, die auf das 2. Jahrhundert n. Chr. zurückgehen, gibt es ein Fresko, das die Krippenszene mit einem Stern direkt darüber darstellt. Dies ist einer der frühesten bildlichen Beweise dafür, wie tief dieses Symbol in unserer Geschichte verwurzelt ist.
Wie ist dieser Stern an die Spitze des Baumes „geklettert“?
Nur weil er diesen Namen trägt, heißt das nicht, dass die Menschen von Anfang an Sterne auf Bäume setzten. Tatsächlich tauchte der Weihnachtsbaum selbst viel später auf als diese Geschichte.
Es ist weithin anerkannt, dass der moderne Weihnachtsbaum im Deutschland des 16. Jahrhunderts seinen Ursprung hat. Strenggläubige Christen brachten immergrüne Bäume in ihre Häuser und schmückten sie mit Äpfeln, Nüssen und Plätzchen. Was wurde also ganz oben platziert? Was war die ursprüngliche Weihnachtsbaumspitze? Anfangs war es überhaupt kein Stern.
Im Deutschland des 16. und 17. Jahrhunderts platzierten viele Familien eine kleine Figur des Jesuskindes an der Spitze. Die Bedeutung war direkt: Christus ist das „Licht der Welt“ und nimmt zu Recht die höchste Position ein. Bis zum 18. Jahrhundert begannen Kerzen auf den Bäumen zu erscheinen. Die größte Kerze wurde normalerweise ganz oben platziert und angezündet, um das leitende Licht vom Stern von Bethlehem zu symbolisieren. Verglichen mit einer Statue sah das Kerzenlicht tatsächlich eher wie ein Stern aus. Doch Kerzen hatten einen großen Nachteil: Die Brandgefahr war schlichtweg zu hoch. Dies ist auch einer der Gründe, warum sich elektrische Beleuchtung nach ihrer Erfindung so rasant verbreitete.
Wann wurde die Sternform zum Mainstream?
Das 19. Jahrhundert war ein entscheidender Wendepunkt.
Im Jahr 1848 veröffentlichte die Illustrated London News einen berühmten Stich: Königin Victoria, Prinz Albert und ihre Kinder versammelt um einen wunderschön geschmückten Baum. Auf dem Bild war die Weihnachtsbaumspitze Stern nirgends zu sehen; stattdessen saß ein Engel an der Spitze. Dies zeigt, dass die damals beliebteste Baumspitze in der britischen High Society immer noch ein Engel war.
In derselben Zeit begannen deutsche Handwerker mit der Herstellung von gläsernem Weihnachtsschmuck, darunter verschiedene Formen von Sternen, Engeln und Kugeln. Da der deutsche Glasschmuck von hoher Qualität und erschwinglich war, wurde er in großen Mengen nach Großbritannien und in die USA exportiert, und die sternförmigen Dekorationen wurden nach und nach weithin akzeptiert. Bis zum frühen 20. Jahrhundert war der fünfzackige Stern zur absolut gängigen Wahl geworden. Er war schlicht, symmetrisch und besaß einen hohen Wiedererkennungswert.
Warum muss die Sternspitze nach oben zeigen?
Diese Frage wird selten gestellt, aber die Antwort hat drei Ebenen.
Die erste Ebene: Der Fingerzeig gen Himmel. Die nach oben gerichtete Spitze weist auf die Wohnstätte Gottes hin. In einem christlichen Kontext repräsentiert dies eine Richtung, die über die säkulare Welt hinausgeht. Ein nach oben zeigender Stern sagt den Menschen: Schaut nach oben, dort ist die Hoffnung.
Die zweite Ebene: Die Symbolik des Pentagramms. Den fünf Zacken wurde später in der christlichen Tradition eine Bedeutung zugeschrieben – sie stehen für die fünf heiligen Wunden Jesu. Natürlich ist diese Erklärung eine Erweiterung von Theologen und nicht der ursprüngliche Ursprung.
Die dritte Ebene: Visuelle Intuition. Interessanterweise deuten moderne Astronomen darauf hin, dass der echte Stern von Bethlehem wahrscheinlich eine Planetenkonjunktion oder ein Komet war, was bedeutet, dass er überhaupt keine physischen „Zacken“ besaß. Wenn Menschen jedoch versuchen, eine blendende Lichtquelle zu zeichnen, lassen wir instinktiv eine Spitze nach oben zeigen. Fast alle kulturellen Sternensymbole werden auf diese Weise gezeichnet. Es ist ein visueller Instinkt und die perfekteste symmetrische Wahl für Handwerker.
Gibt es also Fälle, in denen der Stern nach unten zeigt? Ja. In einigen modernen Kunstdesigns drehen Designer den Stern bewusst um oder platzieren ihn horizontal, um einen visuellen Konflikt zu erzeugen. Der Grund, warum dies funktioniert, liegt jedoch genau darin, dass es die Standardregel bricht.
Warum einen Stern auf den Weihnachtsbaum setzen?
Fasst man die obigen Informationen zusammen, ist die Antwort klar: Das Platzieren eines Sterns auf dem Baum dient dazu, an den Stern von Bethlehem zu erinnern, der die biblischen Heiligen Drei Könige zu Jesus führte. Dieser Stern symbolisiert Hoffnung, Richtung und göttliche Führung. Ihn am höchsten Punkt des gesamten Baumes zu platzieren impliziert, dass sein Licht das gesamte Fest erleuchten kann.
Die Evolution des Sterns: Von Kerzen zu großformatiger Beleuchtung
Im vergangenen Jahrhundert hat der Stern an der Baumspitze mehrere massive Veränderungen durchgemacht. Die Materialien haben sich von Holz und Papier zu Glas und Metall und schließlich zu moderner LED-Beleuchtung gewandelt.
Die Größe ist von handtellergroß auf mehrere Meter hoch gewachsen – die gigantische Weihnachtsbaumspitze Stern am New Yorker Rockefeller Center hat einen Durchmesser von etwa 3 Metern, wiegt 408 Kilogramm und erfordert einen Hubschrauber, um an Ort und Stelle gehievt zu werden. Seine Transformation von einer reinen Dekoration zu einer Leuchtinstallation, die Farben wechseln und sich mit Musik synchronisieren kann, repräsentiert den Höhepunkt der Evolution der Weihnachtsbeleuchtung.
Diese Veränderungen veranschaulichen eines: Wenn ein Symbol wichtig und universell genug ist, werden die Arten, wie Menschen es ausdrücken, immer vielfältiger.
Eine 2000-jährige Reise an die Spitze
Hinter einem kleinen Stern verbergen sich zweitausend Jahre Religionsgeschichte, fünfhundert Jahre sich wandelnder Bräuche und ein Jahrhundert der Kommerzialisierung. Alles begann am Nachthimmel von Bethlehem, reiste durch deutsche Handwerkstätten, passierte viktorianische Wohnzimmer und ließ sich schließlich an der Spitze jedes Weihnachtsbaums nieder.
Wenn Sie das nächste Mal zu dieser Weihnachtsbaumspitze Stern hinaufschauen, müssen Sie sich vielleicht nicht alle historischen Details merken, aber Sie können eine weitere Ebene verstehen: Sie zeigt nach oben in Richtung Hoffnung und leuchtet am höchsten Punkt. Unabhängig davon, wie sich das Material ändert oder wie sich die Größe skaliert, die Botschaft, die sie vermittelt, bleibt dieselbe – in der kältesten und dunkelsten Jahreszeit gibt es immer einen Stern, der Ihnen den Weg weist.
Vielleicht ist das der Grund, warum wir, obwohl wir längst wissen, dass der Stern nur eine Dekoration ist, immer noch jeden Winter beharrlich diesen fünfzackigen Stern, der scharf nach oben zeigt, fest ganz oben an der Spitze platzieren.